Wahnideen als Reaktion auf Verlust interpretieren

Betrachten Sie Wahnideen des Kranken als Kompensation eines Verlustes. Wer Stimmen hört, muss sich nicht eingestehen, dass er sich allein und verlassen fühlt. Statt den Wahn rigoros zu bekämpfen (etwa medikamentös), kann es sinnvoller sein, die auslösenden Bedürfnisse zu befriedigen (z.B. bei Einsamkeit Kontakt herzustellen). Wahnideen können auch ein beeinträchtigtes Selbstwertgefühl stützen oder das Vermeiden von Konflikten ermöglichen. Wer nicht mehr über sein Vermögen verfügt und sich machtlos fühlt, kann sich z.B. mit der Vorstellung trösten, er sei beraubt worden. Sprechen Sie unbedingt mit allen anderen Betreuer ab, wie sie gegebenenfalls einheitlich auf Wahnideen des Demenz-Kranken reagieren wollen.

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